Journalist Bernd Maienschein vor einer Wand mit Barcode-Optik.

Kommunikationsexperten sind sich einig: Der digitale Newsletter der MM LOGISTIK zählt zu den besten in der deutschen Fachpresselandschaft. Der Macher des Newsletters, Journalist Bernd Maienschein, verrät im Gastbeitrag, was er von einer guten Presseinformation im Rahmen der LogiMAT-Vorberichterstattung erwartet.

Stehen Fachmessen wie beispielsweise die LogiMAT an, dann senden mehrere hundert Aussteller ihre Messeinformationen an die Redaktion der MM LOGISTIK. Da wir täglich unter starkem Zeitdruck einen Newsletter publizieren und die Vorberichterstattung zur Messe neben dem „normalen“ Job umsetzten, sind für unsere Redaktion die inhaltliche Sichtung von so viel Material und die Auswahl der geeigneten Themen mit viel Zeit verbunden. Presseinformationen, die den journalistischen Schreib-Konventionen entsprechen, werden in solchen Fällen bei gleicher inhaltlicher Relevanz natürlich bevorzugt berücksichtigt. Aus unserer Sicht ist es optimal, wenn folgende redaktionelle Voraussetzungen erfüllt sind:

Eine gute Presseinformation sollte der Übersichtlichkeit wegen in drei Textteile gegliedert sein: Überschrift, Vortext und Haupttext. Grundsätzlich sollte schon die Überschrift eineindeutig sein, das heißt, dass im Idealfall selbst die Umstellung von Subjekt, Prädikat und Objekt in der Überschrift das gleiche Ergebnis, die gleiche Aussage ausdrückt.

Selbst wenn nur die Überschrift gelesen, der Text also nur bruchstückhaft erfasst oder überflogen wird, sollte daraus hervorgehen, worum es im weiteren Textverlauf geht, um den Leser, in unserem Fall den/die sehr kritischen, weil in Zeitnot befindlichen Journalisten, nicht irrezuführen oder Inhalte vorzugaukeln, die der Text im weiteren Verlauf nicht erfüllen kann. „Hippe“ Formulierungen, die auf Kosten der blitzschnellen Verständlichkeit gehen, sind also zu vermeiden – sie obliegen, wenn das der redaktionelle Stil des Zielmediums ist, der Formulierungskraft des bearbeitenden Redakteurs.

Im Vortext hat die Presse-Info Gelegenheit, den gesamten Inhalt der Veröffentlichung in drei bis vier Sätzen zusammenzufassen und auf das/die eigentlichen Highlight/s des Textes einzugehen. Dabei sollten die „sechs journalistischen W’s“ im Vordergrund stehen: wer, wie, was, wann, wo, warum. Das siebte „W“ (woher stammt die Presse-Info) ist ja bekannt.

Der Haupt- oder Grundtext sollte von einem „roten Faden“ durchzogen sein und darauf achten, dass keine Wiederholungen enthalten sind. Bei allgemeinen Texten ist darauf zu achten, dass möglichst wenig „Fachchinesisch“ verwendet wird, im Fachjournalismus kann von dieser Regel natürlich abgewichen werden, da davon auszugehen ist, dass auch Fachbegriffe oder kompliziertere Sachverhalte verstanden werden. Im Unterschied zu gedruckt veröffentlichten Beiträgen sollte bei Texten für das Netz darauf geachtet werden, möglichst kurze Formulierungen und Satzkonstruktionen zu verwenden, also beispielsweise keine Schachtelsätze oder Verweise nach „oben“, das würde nur lästiges „Scrollen“ auf Webseiten nach sich ziehen und den Leser, in dem Fall User, schnell von der Seite gehen lassen.

Formalien wie gute Bilder (am besten als Thumbnail und die Original- bzw. Druckdaten per Download angeboten), Verfasser der Presse-Info (Agentur) und Anbieter des beschriebenen Textes/der beschriebenen Dienstleistung (i.d.R. eine Firma/Institution), aber auch so profane Dinge wie das Datum und der Ort, an dem die Presse-Info veröffentlicht wurde, sowie die Kontaktdaten von Unternehmen und Agentur am Ende der Presse-Info sind selbstverständlich. Für Online-Veröffentlichungen sind Meta-Tag-Vorschläge hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

 

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